Auf anderen Wegen

Samstag, 27.01.2018 Das Chaos geht weiter

Was ist der Vorteil, wenn alles schief läuft, was schief laufen kann? Ich habe endlich mal wieder ein bisschen Stoff für meinen Blog. Nach all den ereignislosen Wochen in Rankins Springs doch eine Abwechslung. Nur ein bisschen weniger Drama wünsche ich mir für den Rest der Zeit alleine auf der Farm.

Nachdem sich Safron verletzt hatte, habe ich die Wunde am nächsten Tag morgens versorgt. Es war alles ein bisschen geschwollen, aber nicht übermäßig. Trotzdem wollte ich spät abends nochmal nach dem Bein gucken. Ich bin also abends erstmal zum Haupthaus, habe angefangen Blumen zu gießen und ein paar Sachen zu erledigen, bis mir irgendwann Donner auffiel. Ein Blick zum Himmel: nach Wochen trocken und heiß war ein Gewitter im Anmarsch. Da ich in der Ferne schon Blitze sehen konnte und auch Regen (das sieht man hier wegen der Weite immer schon Stunden vorher) habe ich mich lieber direkt aufs Quad gesetzt um das Bein zu versorgen. Wer will schon bei Gewitter Quad fahren. Also los zum riesigen paddock. Keine Pferde zu sehen. Na ja, no worries. Die sind sicher am anderen Ende des paddocks. 5 Minuten später angekommen. Nope! Ok, irgendwo zwischen den Bäumen (mehr Donner, mehr Blitze, Himmel langsam schwarz). Also auf mit Vollgas Kreuz und quer über den paddock - keine Pferde. Langsam ernsthaft beunruhigt habe ich schonmal die zwei Tore kontrolliert, von denen ich wusste. Alles geschlossen. Hmm ok, zurück zum Hof, Auto geschnappt. Nach einer weiteren Viertel Stunde entlang des Zauns fand ich dann ein offenes Gate. Ich hatte Susan gefragt, bevor ich die Pferde auf diese Koppel gebracht hatte, ob ich irgendwelche Tore kontrollieren muss und sie sagte, dass alle geschlossen sind. Naja, deutliche Hufspuren haben zumindest schonmal die Richtung angezeigt. Da die Farm in die Richtung gut abgegrenzt ist und die Pferde nicht auf die Straße können haben Bill und ich in einem Telefonat beschlossen, dass ich die Pferde am nächsten Tag suche. Inzwischen war der Sturm im vollen Gange. Der Sand wurde so stark aufgewirbelt, dass ich teilweise nicht mal drei Meter weit gucken konnte. Also Tore Richtung Straße verschlossen, zur Sicherheit nochmal kontrolliert ob auch wirklich keine Pferde auf dem highway stehen und das ganze für den Tag abgehakt.

Das war wirklich einer der wenigen Abende, wo ich nichts mehr wollte, als ein entspannendes Bier. Also Roody angeschmissen, der sich eh langsam vernachlässigt fühlt und wir haben uns zusammen die 45 km zum Ort gekämpft. Und Leute, so einen Sturm habe ich noch nie erlebt. Sand überall, dann Starkregen, so dass rot brauner Sand-Matsch auf der Windschutzscheibe gelandet ist, wegen der schlechten Straßenqualität riesige Pfützen auf dem highway. Ich habe nach zehn Kilometern bereut überhaupt losgefahren zu sein, aber wollte dann doch nicht mehr umdrehen. Normalerweise halten solche Stürme hier auch nicht lange an. War auf jeden Fall eine aufregende Fahrt, aber für das Bier hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

Am nächsten Morgen war quasi alles überschwemmt. Keine Chance mit dem Quad raus zu fahren um die Pferde zu suchen. Also erstmal Sturmschäden beseitigen, Äste und halbe Bäume vom Hof sammeln. Gegen Mittag bin ich dann losgefahren und habe die Pferde auch gefunden - aber schon von weitem habe ich gesehen, dass Safron lahmt. Das Bein dick angeschwollen, das Aussehen der Wunde beschreibe ich mal lieber nicht genau - für die empfindlichen Gemüter. Es war klar, Salbe reicht nicht und das Pferd muss zurück zum Hof. Ungefähr 6 km Weg, im Schritt. Es hat uns ungefähr 1,5 Stunden gekostet. Ich verbrannt, Safron frustriert weil wir die anderen Pferde zurück gelassen haben. Nun, zum Glück hat hier jeder Hof Antibiotika und ich habe ihr direkt eine Injektion verabreicht. Jetzt steht die Arme alleine in einem kleineren Yard und tut sich selber leid. Und ich hoffe inständig, dass das genug Action für die Zeit alleine hier war!!

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Donnerstag, 25.01.2018 Pferde... A never-ending story

Es sieht einfach so aus als käme ich von Pferden hier in Australien einfach nicht los. Da bin ich also wieder auf einer Getreide-Farm deren Hobby Pferde züchten ist. Fast wie in Pingrup, nur, dass es hier die Frau ist und die Pferde zumindest noch was anderes können als nur geradeaus rennen.

Hier auf der Farm werden Trakehner gezüchtet (sportliche Warmblut-Pferde, für die nicht sachkundigen). Susan, meine Chefin ist im Geschäft jetzt seit 20 Jahren dabei und nimmt die Ausbildung ihrer Pferde sehr ernst. Mein Vorteil ist definitiv, dass ich hier reiterlich noch richtig was lernen kann, da wir meistens zusammen reiten und sie mich korrigiert wenn ihr was auffällt. Es ist schön, mal wieder Pferde zu reiten, die ich versammeln kann und wo ich mich nicht nur wie ein Passagier fühle. Allerdings sind die Pferde die ich hier reite alle im Alter von 3,5-5, also noch sehr jung und die Verantwortung ist dadurch relativ hoch. Meistens reite ich jeden Morgen 2-3 Pferde und erledige danach noch ein paar andere Aufgaben. Momentan ist Kakteen töten hoch im Kurs. Die wachsen hier in diesem Klima sehr gerne und werden von den Kängurus in alle Bereiche der Farm verbreitet. Momentan versuchen wir so viele davon wie möglich zu eliminieren - und ja, das ist so stachelig wie es sich anhört. Langsam habe ich den Dreh raus und berühre die Kakteen nicht mehr mit den Händen, sondern nur noch mit einer Schaufel, aber diese Erfahrung hat mich definitiv viel Zeit mit Pinzette gekostet. Ich will mir gar nicht vorstellen wie es den armen Pferden ergeht, wenn sie mal aus versehen in einen Kaktus laufen.

Der dritte große Job der mich momentan beschäftigt ist Stöcke einsammeln. Auf den Feldern hier stehen immer einige Bäume und jedes Jahr werden einige davon verbrannt oder gefällt. Übrig bleiben jede Menge Stöcke, Äste und kleine Holz-Stücke die, wenn sie bei der Ernte in die Ernte-Maschine geraten, großen Schaden anrichten können. Also fahre ich momentan jeden Tag für ein paar Stunden mit Quad und Anhänger auf das Feld und sammle Stöcke. Meistens übrigens im Bikini, weil eh keiner vorbei kommt und ich die Zeit zumindest zum bräunen nutzen kann. Ich bin schon wieder so braun, dass mir jeder Aboriginal-Wurzeln unterstellt.

Seit gestern Nachmittag bin ich jetzt für eine Woche alleine auf der Farm. Die Familie ist auf einer Hochzeit in Sydney. Gestern Abend ist mir leider noch ein kleines Drama passiert, dessen Ausmaß wahrscheinlich nur die Pferde-Leute hier nachvollziehen können. Susan hatte mich gebeten, die Pferde die wir normalerweise reiten auf einen anderen paddock zu bringen, wo ein bisschen mehr Futter wächst. Die Pferde kennen es neben dem Quad zu laufen und im Prinzip musste ich nur durch ein Tor, das direkt in den nächsten paddock führte. Allerdings hatte Susan mich gebeten, eins der Pferde bis zur Wasserstelle zu führen, weil der paddock mit 4x5 km ziemlich groß ist und eben nur eine davon hat. Nun, gesagt, getan. Eins der Pferde mit Halfter ausgestattet, die anderen liefen uns brav hinterher. Aber als wir auf den neuen paddock gekommen sind, sind alle Pferde gleichzeitig und so unerwartet losgerannt inklusive bocken und steigen, dass es für die kleine Stute die ich führte auch kein halten mehr gab. Sie hat sich losgerissen und los ging es im Renngalopp. Ich bin tausend Tode gestorben. Hier verwendet man keine Panik-Haken wie in Deutschland, die sich bei einem starken Ruck öffnen, sondern Knoten-Halfter, die solide mit dem Führstrick verbunden sind. Ein Pferd kann sich ohne weiteres das Genick brechen, wenn es im vollen Galopp auf den Strick tritt. Als ich Safron endlich wieder in die Finger gekriegt habe hatte der Strick an den vorderen Beinen schon fiese Verbrennungen verursacht und auch einen tiefen Schnitt. Ich fahre jetzt also zweimal am Tag raus und suche die Pferde auf diesem riesigen paddock und behandle die Verletzungen. Zum Glück scheint es nur oberflächlich zu sein. Aber jeder kann sich wohl den Horror vorstellen, wenn so etwas ausgerechnet passiert wenn die Besitzerin gerade erst weg gefahren ist. Susan hatte allerdings ein mindestens so schlechtes Gewissen wie ich. Drückt mir bitte die Daumen, dass dieses das einzige Drama für diese Woche bleibt.

Hier sind übrigens momentan fast jeden Tag 40-43°, wenn es mal 36° sind fühlt es sich fast kühl an. Allerdings haben wir zumindest sehr trockene Luft, was es deutlich angenehmer als Rankins Springs macht.

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Donnerstag, 11.01.2018 So schön ist das Meer nun auch wieder nicht

Meine Lieben, ich habe Ulladulla verlassen. Die Zustände bei Blake waren einfach sehr chaotisch und zudem hat er immer mehr meine Stunden hinterfragt. Hat mir zum Beispiel eine Liste mit Aufgaben gegeben, die ich bearbeiten sollte während er nicht da war und hat dann diskutiert, ob ich auch wirklich diese Anzahl von Stunden dafür gearbeitet habe. Und das, obwohl ich selbst damit noch nicht mal auf eine halbe Stelle gekommen bin - und er hat mich die 700 km nach Ulladulla geholt mit dem Versprechen, dass es eine Vollzeit-Stelle ist. Dazu eine sehr unangenehme Art einem sehr nah zu kommen, auf die ich hier gar nicht weiter eingehen will. Zu guter Letzt habe ich auch noch eine Mail von meiner Vorgängern gefunden, die sich an die Organisation fair Work gewendet hat, nachdem er sie erstens 5 Wochen nicht bezahlt hatte und zweitens auch ihr eine Vollzeit-Beschäftigung versprochen hatte und es nicht erfüllen konnte. 

Ich habe abends mit ihm dann nochmal über meine Stunden gesprochen und ausgedrückt, dass ich keine 300$ pro Woche Miete zahlen kann, wenn ich nur 500$ verdiene. Erst erklärte er mir dann, dass ich mir keine Sorgen machen soll, weil doch im Zweifel mein Freund für mich zahlen kann. Und als ich ihn aufklärte, dass ich keinen Job 8 Stunden entfernt habe um dann meinen Freund für mich bezahlen zu lassen fing er an zu jammern, dass so viele Leute ihm Geld schulden und er jetzt einfach knapp wird. Außerdem hätte er ja auch seine Enkel die nächsten drei Tage und eigentlich keine Arbeit für mich (ich muss wahrscheinlich nicht erwähnen, dass ich schon eine Woche vorher als die Enkel das erste mal erwähnt wurden gefragt habe, ob das Auswirkung auf meine Arbeitszeiten hat - ne er, keine Sorge!!). Im Endeffekt haben wir uns geeinigt, dass ich frühzeitig abreise. Mit einer Wut im Bauch, kann ich euch sagen. Dieser ganze Trip hat mich mehr Geld gekostet, als ich verdient habe. Ich habe natürlich tolle Sachen gesehen, es war schön am Meer zu sein, ich habe einiges über Marketing und wohltätige Organisationen gelernt. Aber mein Hauptziel war Geld zu verdienen und das habe ich auch im ersten Gespräch direkt gesagt. Es lässt sich nicht ändern, aber durch die ganze Aktion habe ich wieder einen Monat meiner wertvollen verbleibenden Zeit in Australien verloren.

Ich bin also von Ulladulla zurück nach Rankins Springs zu Troy gefahren. Habe eine Anzeige aufgegeben, mich im Pub vorgestellt, aber keiner hatte eine Vollzeit-Stelle verfügbar, jeder will immer nur jemanden für ein paar Stunden. Wir sind über Weihnachten zu Troys Familie gefahren und das war auch wichtig und gut, weil wir ja planen, nächstes Jahr diese Zeit in Neuseeland zu sein. Währenddessen habe ich nach Stellen geguckt und eine Anzeige gefunden. Manager/Koch für ein fine dining restaurant in Rankins Springs. Nun, wir haben einen Pub in Rankins Springs, in dem ich mich vorgestellt hatte und einen General store, der Post Office, fast food takeaway und ein paar Artikel für den Haushalt in sich vereint. Nach kurzem nachfragen beim Besitzer ging es tatsächlich um diesen kleinen Shop. Er wollte mit mir sprechen wenn ich zurück bin. Klang wirklich, als hätte er einen Job für mich und wir kannten uns auch schon. Also natürlich keinen anderen Job angenommen - Rankins Springs ist 26 km von unserer Farm. Näher geht es nicht. Neujahr zurück im Auto. Mail an Phani, den Besitzer, dass ich abends vorbei kommen könnte. Nein, er würde erst abends aus Sydney zurück kommen. Dienstag morgen, weil er auch früh nach Griffith müsste. Ok, Dienstag morgen acht Uhr da - kein Phani, der wäre noch in Sydney. Ok Phani entschuldigte sich, sagte Mittwoch morgen. Mittwoch morgen im Auto, Telefon hatte über Nacht keinen Empfang gehabt. Nach 20 km erstes mal Empfang, Mail von Phani: Sorry, bin noch in Sydney. Wieder ein Tag verloren. Also Mittwoch Abend, diesmal mit einem brodelnden Troy im Auto. Rein in den Shop, Phani war tatsächlich da und erklärte mir, die Stelle im Laden wäre nicht mehr zu haben. Er wolle mit mir über eine Stelle in Griffith sprechen (100 km), wo er gerade ein Büro für visa Beratung eingerichtet hätte und er will mich als Manager. Halbzeit Stelle. Oh man, ich habe einen Tag zur Probe gearbeitet und es handelt sich um ein winziges Büro wo es noch nicht mal Möbel gab. Das Büro war gerade erst eröffnet. Und im Grunde wollte er, dass ich mich verpflichte ihn für unser Partner Visum zu engagieren und mich für Jahre an ihn binde. Die Möglichkeit, das Visum zu bekommen ist natürlich verlockend, aber nachdem ich bei Blake nicht auf die Alarmglocken in meinem Bauch gehört hatte, habe ich mich gegen diesen Job entschieden.

Also eine Bewerbung nach der anderen abgeschickt. Ich werde jetzt am Sonntag zu einem Warmblut-Pferde-Gestüt aufbrechen. Die haben mit meinem Boss aus Western Australia gesprochen und wollten mich unbedingt haben. Ich hoffe so sehr es ist nicht nochmal ein Reinfall. In gut drei Monaten läuft mein Visum aus und ich muss einfach so viel Geld ansparen wie möglich, wenn es eine Zukunft für Troy und mich geben soll.

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Sonntag, 10.12.2017 Zurück am Meer

Ich schulde meinem Blog mal wieder ein Update. Nachdem das Chaser bin driving zwar unsagbar lustig war, aber durch die schlechte Ernte bedingt nicht besonders lukrativ, war es für mich an der Zeit mir eine neue Stelle zu suchen. Und wie immer, wenn ich keine Einschränkung bezüglich der Lokalisation habe, hatte ich schon einen Tag, nachdem ich eine Anfrage online gestellt hatte, einen neuen Job. Ich bin jetzt in Ulladulla (heißt wirklich so), ein kleiner Ort direkt am Meer in der süd-östlichen Ecke Australiens. Ich bin hier angestellt als Personal Assistant für einen Steuerberater, der nebenher noch ein Projekt betreibt, das unterdrückten Frauen helfen soll auf eigenen Beinen zu stellen und auch Männern helfen soll zu lernen, wie sie auf Gewalt im Umgang mit Frauen verzichten können. Grundsätzlich ein sehr erstrebenswerter Job und auch gut bezahlt. Leider ist Ulladulla ein Touristenmagnet und dadurch geht ein Großteil meines Lohns schon für die Unterkunft drauf. Mein Chef und ich haben eine Probezeit bis Weihnachten ausgemacht, bisher ist meine Tendenz aber eher, nach Weihnachten was neues zu suchen. Zwar ist es unfassbar schön hier (meine Unterkunft ist 100 m vom Strand entfernt), aber mein Hauptkriterium liegt momentan darin, möglichst viel Geld zu verdienen und da ist eine so teure Gegend einfach hinderlich. Ich versuche in der Zwischenzeit hier alles mitzunehmen, was sich lohnt. Heute zu Beispiel bin ich in einen nahen Nationalpark gefahren, der ein paar ganz schöne Wege zum Wandern hat und vor allem atemberaubende Strände. Das Wasser hier unten im Süden ist ähnlich wie damals in Westaustralien ganz klar und türkis und die Strände strahlend weiß. Sogar Delphine habe ich schon gesehen. Als Belohnung für den langen Spaziergang und das stundenlange Sonnenbaden habe ich jetzt natürlich den schlimmsten Sonnenbrand seit ungefähr einem Jahr, aber es hat sich gelohnt. Die salzige Meerluft, der Geruch der sprißenden Blumen nach dem letzten Regen. Es ist unbezahlbar!!

Aber der neue Job wäre natürlich kein Abenteuer, wenn nicht auch ein bisschen Drama dabei wäre. Nachdem ich Roody, mein Auto, an meinem ersten Tag in den höchsten Tonen gelobt habe, sprang er am nächsten Morgen nicht an. Blöd deshalb, weil mein Chef auf Geschäftsreise war und ich für einen Termin im Büro sein musste. Also Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und jemanden für Starthilfe organisiert. Leicht verspätet zur Arbeit (dass der Termin nicht erschienen ist, ist wahrscheinlich nicht erwähnenswert), irgendwann wieder nach Hause. Nächster Morgen, gleiches Spiel. Diesmal kam mein Chef um mir Starthilfe zu geben und diesmal brauchte es 10 min, bis Roody sich überhaupt überreden ließ, die Starthilfe anzunehmen. Naja, ihr denkt euch das Ergebnis schon: eine neue Batterie war fällig, aber wenigstens kann ich jetzt wieder ruhig schlafen und weiß, dass das Auto zuverlässig anspringt. Ein bisschen ironisch ist es aber wohl schon, dass das Auto 3 Monate auf einer Farm ist, wo sowohl Batterie günstig hätte organisiert werden können als auch Troy sie natürlich ohne Probleme eingebaut hätte. Aber wie gesagt, ein bisschen Abenteuer braucht es wohl dann doch!

An Weihnachten fahren Troy und ich zusammen nach Victoria zu seiner Familie und verbringen da auch Silvester. Wie das Abenteuer danach weitergeht erzähle ich euch beim nächsten Mal :-)

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Freitag, 10.11.2017 Happy chaser bin driving

Endlich ist es so weit. Die Ernte hat begonnen, wenn auch sehr langsam. Letzte Woche hatte ich meinen ersten Probe-Tag als chaser bin driver, die ersten paar Läufe noch mit Troy an Bord. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Steuerung, ist es eigentlich ein ziemlich einfacher und lustiger Job. Es sind meistens zwei header (Mähdrescher) auf einem Feld im Einsatz. Sie starten ungefähr in der Mitte des paddocks parallel und arbeiten sich dann Reihe für Reihe entgegengesetzt zum äußeren Rand. Meine Aufgabe dabei ist im Traktor zu sitzen und loszufahren, sobald mir signalisiert wird, dass das Fassungsvolumen des Headers voll ist. Dann wird der Traktor mit großem Anhänger in Bewegung gesetzt, ich rase ran an den header (chasing= verfolgen) und positioniere mich in genau der gleichen Geschwindigkeit und genau dem richtigen Abstand neben ihm und er läd das Getreide während der Fahrt in meinen Anhänger ab. Wenn er leer ist wird abgedreht, quer übers Feld zum zweiten header, gleiches da und dann ab zur mother bin, welche einfach ein vielfach größerer Anhänger ist, oder zum Silo oder Truck. Meistens reicht die Zeit für diese genau, bis der erste header wieder voll ist. Am Anfang hatte ich sehr damit zu kämpfen, parallel zum header zu bleiben (sonst verliert man das wertvolle Getreide), seine Geschwindigkeit beizubehalten und vor allem nicht so nah mit meinen dicken Traktor-Reifen an die rotierende Front des Headers zu stoßen. Ein header kostet ungefähr 400000$ in der Anschaffung, entsprechend empfindlich ist man hier mit ungeschickten Backpackern. Zum Glück scheine ich meine Sache ziemlich gut gemacht zu haben. Jedenfalls ist Troy fast geplatzt vor Stolz. Nur am Ende habe ich noch fast eine Stromleitung mitgenommen, als ich meinen Getreide-Ablade-Arm (?) Ausgefahren hatte und Richtung Scheune zum Feierabend unterwegs war. Aber zum Glück noch rechtzeitig im letzten Moment gemerkt.

Seit den ersten beiden Tagen Traktor fahren gab es leider keine weitere Arbeit mehr für mich. Natürlich hat es nochmal geregnet und jetzt sind erstmal einige der ganz schlechten Felder dran. Die Mäuseplage hat sich leider nicht nur in unserem Haus bemerkbar gemacht, sondern auch ganz katastrophal auf den Feldern. Das Getreide ist nicht nur sehr sporadisch auf den Feldern verteilt, sondern auch wegen des mangelnden Regens so niedrig geblieben, dass die Maschinen es kaum ernten können. Gestern war Troy auf einem paddock, wo der header in zwei Stunden noch nicht mal voll genug war zum abladen. Zum Vergleich: auf dem letzten Feld war es ungefähr alle acht Minuten. Außerdem ist für dieses Wochenende nochmal eine Menge Regen angesagt. Es ist doch verhext. Den ganzen Winter kein Regen und genau jetzt wo wir ihn absolut nicht brauchen kommt er im Überfluss. Endlich verstehe ich mal das ganze Gemecker der Landwirte. Übrigens witzig, dass hier im Herbst gesät wird und im Frühling geerntet, oder?

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Mittwoch, 27.09.2017 Frühling Frühling

Jetzt bin ich schon fast zwei Wochen wieder in Rankins Springs.Himmel, es tut gut wieder in einem ordentlichen Umfeld zu leben, wo nicht in jeder Ecke eine Müllhalde liegt. Und natürlich ist es schön, wieder mit Troy vereint zu sein. Letztes Wochenende sind wir hier in der Nähe der Farm zu einem Fluss zum Campen gefahren. Nur wir beide, weit und breit kein anderer Mensch. Richtig malerisch. Zu Troys Trauer waren zwar keine Fische an die Angel zu bekommen, aber es war schön am ersten richtig heißen Tag des Jahres einfach mal die Seele baumeln zu lassen, ein Lagerfeuer anzuzünden, überm Feuer zu kochen, Kniffel spielen und abends mit offenen Seiten des Zeltes mit Blick auf die Milchstraße einschlafen. Am nächsten Tag hatten wir dann aber doch genug von der Einsamkeit und sind zum Bummeln nach Griffith gefahren. 

Hier kommt langsam der Frühling an. Nachdem wir letztes Wochenende um die 36° hatten, was für diese Region in der Jahreszeit ein Hitzerekord war, hat es sich jetzt auf 25-30° C eingependelt. Leider bleibt der ersehnte Regen weiterhin aus. Für mich ist es natürlich schön. Sonne auf der Haut, lange Spaziergänge und auch zum Joggen ist es noch nicht zu heiß. Jobmäßig hat sich leider noch nichts ergeben. Ich bin gestern nochmal alleine nach Griffith gefahren und habe meinen Lebenslauf bei einigen Plätzen abgegeben, aber bisher habe ich leider nichts gehört.

Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Vielleicht erinnern mich diese warmen Abende an all das Grillen, mit Freunden und Familie im Garten sitzen und allgemein deutscher Frühling. Jedenfalls vermisse ich Deutschland seit ich wieder in Australien bin mehr und mehr. Die australische Mentalität kann manchmal oberflächlich sein, was ich besonders bei der Jobsuche merke und hier auf der Farm ist es einfach einsam. Auch wenn ich die Familie hier sehr mag und natürlich unsagbar glücklich bin, wieder bei Troy zu sein, fehlt mir zunehmend ein fester Freundeskreis. Ich kann es kaum erwarten, dass wir das nächste mal nach Deutschland kommen, auch wenn das vor nächstem Sommer natürlich nicht in Frage kommt. An die Wissenschaftler unter euch, kann bitte jemand einen Teleporter erfinden?

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Montag, 18.09.2017 Abschied von Bummie

Es ist geschafft. Donnerstag Abend haben wir das letzte Schaf geschoren, die sheering shed aufgeräumt und hatten dann einen sogenanntem cutout. Man sitzt also noch mit einer Menge Bier zusammen, isst ein paar Snacks und lässt die stressige Zeit ausklingen. Nachdem das sheering mit dem Regen nicht besonders vielversprechend begonnen hatte, haben wir doch nur einen Tag verloren und konnten in 8 Tagen Arbeit alles abschließen. Diese Tage waren auch wirklich anstrengend, aber wenigstens kann man den Erfolg sehen: jeden Tag stehen weniger wollige Schafe auf der Farm. Am letzten Tag hatte man natürlich das Gefühl, es werden doch nicht weniger, sondern eher mehr ;-) aber abends gegen fünf war es dann endlich geschafft. Ich war bis zum Schluss noch ein bisschen nervös, ob Grant mir doch noch Probleme machen würde mit meiner Abreise am nächsten Tag, aber außer, dass er noch mehrfach betont hat, wie schade es ist, dass ich nicht bleibe, hat er mich in Ruhe gelassen. Ich bin auch wirklich nochmal ins schwanken gekommen und habe mich selber gefragt, ob es denn in der Zwischenzeit wirklich so unerträglich war. Schließlich hatte ich nicht ganz so viel mit Grant zu tun während dem sheering. Da ergibt sich eher ein eigener Rhythmus, der an die sheerer angepasst ist. Aber zum Glück ist immer, wenn mir diese Gedanken gekommen sind wieder was passiert, das mich in meiner Überzeugung bestätigt hat. Zum Beispiel bin ich Sonntag nach einem Wochenende mit Troy aus dem Auto ausgestiegen und habe ihn quer über die komplette Farm über irgendwas schreien und schimpfen gehört. Ich bin also immer noch überzeugt, dass es für mich die beste Entscheidung war.

Freitag morgen habe ich erstmal ganz in Ruhe meinen Wohnwagen auf den Kopf gestellt. Alles geputzt, sortiert, meine Sachen ins Auto gepackt, habe ein letztes mal mein Flaschenkind Bummie gefüttert und dann darauf gewartet, dass Grant den Papierkram für mich fertig macht. Hat natürlich eine ganze Weile gedauert, ist ja Grant - aber er hat mir eine sehr sehr gute Bewertung geschrieben, mich angemessen für die letzten Tage Arbeit bezahlt und dann konnte ich mich endlich endlich auf den Weg machen. Ich war so froh, dieser Farm hinter mir zu lassen!!

Jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder bei Troy. Leider hat mir sein Boss inzwischen eröffnet, dass die Ernte dieses Jahr sehr schlecht ausfallen wird und sie mich daher nicht als chaser bin driver einstellen können. Hier gab es nur sehr wenig Regen und tatsächlich sehe sogar ich, dass auf den Feldern kaum was wächst. Das ist natürlich eine ziemliche Enttäuschung. Ich versuche jetzt hier in Griffith einen Job zu finden. Die Fahrerei an den Wochenenden ist mit der Zeit sehr ins Geld gegangen und auch emotional anstrengend für Troy und mich gewesen. Ich halte euch auf dem Laufenden!

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Dienstag, 05.09.2017 Runter die Wolle

So meine Lieben, shearing 2017 hat gestern gestartet. Erstmal so viel: wenn einer von euch nochmal einen Merino-Pullover zu heiß wäscht, verschweigt es mir lieber!!

Aber von Anfang an: das letzte Wochenende war ich noch bei Julia und den Kindern in Canberra. Grant hatte sich kurzfristig noch überlegt, dass ich eigentlich doch besser da bleiben würde, doch da ich bevor ich Julia zugesagt hatte zweimal gefragt habe, ob er mich wirklich an dem Wochenende nicht braucht, hatte ich kein schlechtes Gewissen, abzulehnen und Julia zu besuchen. Als Kompromiss haben wir ausgehandelt, dass ich schon Sonntag Mittag wieder zurück bin. Gesagt, getan. Die Zeit mit Julia war wie immer unbezahlbar und schweren Herzens habe ich mich Sonntag morgen in Roody geschwungen und bin die 2,5 Stunden zurück zur Farm gefahren. War auch gut, denn tatsächlich sah es ziemlich nach Regen aus und war sehr stürmisch. Nasse Schafe kann man nicht scheren, also haben wir die Zeit nach meiner Ankunft damit verbracht, Schafe in die Scheune zu stopfen. Hat auch alles ohne Regen geklappt, aber farm work wäre nicht das gleiche, wenn alles glatt geht. Stromausfall - in einem Umkreis von 400 km. Dass man ohne Strom nicht scheren kann, versteht sich ja von selbst. Es war also eine große Zitter-Partie ob wir wirklich starten können. Zum Glück lief der Strom abends um neun wieder. Also am nächsten Tag früh raus, alles restliche vorbereiten und dann ging shearing los. Wir hatten drei shearer, also drei Schafe, die immer zeitgleich geschoren werden. Eigentlich entwickelt sich ziemlich schnell ein Rhythmus, der immer gleich aussieht:

Wenn das Schaf geschoren ist, muss einer von uns Shed hands die Wolle auf eine bestimmte Art zusammen schieben und mit einer Schwung-Wurf-Technik auf einen drehbaren Tisch werfen, so dass die Kanten alle ausgebreitet sind und die dreckige Seite der Wolle oben liegt. Dann wird der Tisch gedreht und die Stücke, die im Haupt-Flies nicht erwünscht sind abgerissen. Generell kann man sagen, was du nicht anfassen willst musst du festhalten. Also schwarzen Dreck und vor allem die sogenannt vegetable matter, also Woll-Bereiche in denen viele Gras-Samen, Dornen und andere Pflanzen-Teile hängen. Wir haben hier große Probleme mit Brombeeren, also haben auch die Schafe viel davon im Fell. Für diesen ganzen Spaß hat man pro Flies ungefähr zwei Minuten. Es ist wirklich Akkord-Arbeit und man ist jedes mal froh, wenn die shearer selbst eine Pause machen (ungefähr jede Stunde einmal zehn Minuten). Gestern haben wir dann leider den befürchteten Regen bekommen. Wahrscheinlich sind die Schafe auf den paddocks jetzt so nass, dass sie erstmal drei Tage trocknen müssen, aber die Hoffnung, dass wir ab morgen weiter scheren können, stirbt zuletzt. Wir werden jetzt gleich erstmal loslegen, die Schafe ins trockene zu bringen, damit sie zumindest schonmal anfangen können zu trocknen. Wünscht uns Glück!! Ich möchte doch möglichst schnell abreisen!!

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Mittwoch, 30.08.2017 Kurz vorm Scheren

Langsam steigt hier die Nervosität vor der shearing season. Wir wollen Montag anfangen. Also wird jetzt nervös der Wetterbericht verfolgt (nasse Wolle kann man nicht scheren), alle Schafe werden eingetrieben, sortiert und auf die paddocks nahe der Farm verteilt und der 40 Jahre alte Scher-Motor wird repariert. Wenn man Grant glauben kann, gibt es nämlich leider in der modernen Zeit nichts mehr, was die Qualität von früher hat. Das geht von Autos (er fährt am liebsten seine 40 Jahre alten Lada) über Plastik-Trichter (nur verdammte chinesische sind zu kriegen) zu australischen Arbeitern (heute alle faul!!). Ich nehme inzwischen alles mit Humor. Ich habe nämlich heute mit Grant gesprochen und ihm gesagt, dass ich nach der stressigen shearing Zeit abreisen möchte. Einerseits schlägt mir das ewige geschreie hier aufs Gemüt und andererseits ist es auch doch sehr einsam, wenn der einzige Mensch mit dem man zu tun hat diese fluchende Person ist. Grant hat zum Glück sehr nett reagiert, wenn auch traurig. Hat mich direkt gefragt, ob es an seiner Art liegt. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich einfach insgesamt zu soft bin und mir sowohl diese Stimmung, als auch Landwirtschaft mit Tieren zu nahe geht. Gestern haben wir ein Schaf gefunden, dem Krähen die Augen ausgepickt haben. Es lebte noch und muss schon mindestens zwei Tage blind und hilflos dort gelegen haben. Das ging mir tatsächlich sehr nahe :-(

Ich weiß noch nicht genau, wie es weiter gehen wird, wenn ich hier die Segel streiche. Ich habe c.a. 6 Wochen zu füllen, bis ich auf Troys Farm arbeiten kann. Aber ich bin sehr froh, die Entscheidung getroffen zu haben und jetzt ein Ende zu sehen. 

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Mittwoch, 23.08.2017 Schafe, so weit das Auge reicht

Drei Wochen in Bigga in diesem unordentlichen Haufen namens The Alps. Ich bin in den letzten drei Wochen durch so ziemlich jedes Gefühl mal durch gelaufen. Grant hat sehr sehr gute und freundliche Seiten, kann aber leider innerhalb von Sekunden zum fluchenden Berserker werden, der Sachen durch die Gegend schmeißt, tobt und nur noch rot sieht.Meistens geht diese Aggression zum Glück nicht gegen mich. Letzte Woche allerdings hat er mich fast dazu gebracht, einfach meine Sachen zu packen. Er hatte mir den Auftrag gegeben mit einem der Hunde 5 Schafe auf einen anderen paddock zu treiben. Dazu muss man wissen: je kleiner die Gruppe, desto schwerer ist es sie in eine bestimmte Richtung zu treiben, weil Schafe sich gerne kollektiv bewegen. Bei 50 Schafen ist die Wahrscheinlichkeit, da ein paar die richtige Richtung einschlagen sehr viel wahrscheinlicher. Mit einem ordentlich ausgebildeten Hund wären auch 5 Schafe kein Problem - aber keiner der Hunde hier ist wirklich ausgebildet. Auf jeden Fall hat der Hund irgendwann ein Schaf raus gepickt und quer über den paddock durch einen Zaun gejagt. Einmal auf der anderen Seite gab es für mich keine Chance mehr, das Schaf zu erreichen. Das Donnerwetter danach hatte sich gewaschen. “muss ich denn hier alles selber machen, kannst du noch nicht mal den Hund dazu bringen zu gehorchen... “ die Schimpfwörter spare ich hier lieber aus. Wie schön wäre es, wenn ich in so einer Situation einfach zurück schreien könnte, wütend und selbstbewusst. Aber nein, wer mich kennt weiß, dass ich bei Wut erstmal anfange zu heulen wie ein kleines Kind. Grant hat sich dann auch ziemlich schnell wieder gefangen und hundertmal entschuldigt, aber das schlechte Gefühl blieb. Es war auch wirklich unfair, weil der Hund noch nicht mal ihm gehorcht. On Top kam an dem Tag noch, dass abgesprochen war, dass ich die Farm  schon gegen vier fürs Wochenende verlasse, damit ich hier nicht im Dunkeln fahren muss. Hier gibt es sehr viele Kängurus und Wombats (letztere sind so solide, dass sie ein Auto angeblich zerstören, wenn man kollidiert). Im Endeffekt war ich erst um sieben wieder auf der Farm. Grant wollte mich dann überreden erst am nächsten Tag zu Troy zu fahren, aber ich wollte nur weg. Die drei Tage Auszeit mit Troy habe ich dann auch gebraucht um wieder zu mir zu kommen.

Gestern war Grant's Frau den ganzen Tag hier und ich habe mit ihr darüber gesprochen, wie sehr mir diese Stimmung manchmal aufs Gemüt schlägt. Ich glaube sie hat ihm ganz schön den Kopf gewaschen, heute hat er sich nämlich sehr viel Mühe gegeben ;-) ich glaube wenn ich nicht mein eigenes Auto hätte würde ich nicht hier bleiben. Da ich aber immer meine Fluchtmöglichkeit hier habe, warte ich einfach erstmal ab und fülle weiterhin das Konto auf. Mein Auto lasse ich übrigens schon nur noch 1,5 km den Berg hoch stehen. Der letzte Abschnitt unserer Auffahrt ist so steil, huckelig und ausgewaschen, dass Troy mir empfohlen hat, meinem Roody das nicht anzutun. 

Es gibt aber auch schöne Sachen zu erzählen. Mein kleines Flaschen-Lamm zB. Bummie ist inzwischen 2 Wochen alt und folgt mir auf Schritt und Tritt, wenn ich ihn nicht einsperre. Flaschenkinder wachsen wohl sehr viel schneller als normale Lämmer, weil sie mehr Milch von uns bekommen können als von einer natürlichen Mutter. Bummie ist eigentlich immer hungrig - und wenn nicht, nuckelt er trotzdem an der Flasche, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Inzwischen entdeckt er seinen Körper und macht dauernd Bocksprünge, wenn er läuft. Und er nimmt alles in das winzig kleine Maul, was er finden kann. Auf der Koppel wäre das wahrscheinlich Heu und Gras, hier ist es aber auch mal mein Schuh, meine Jacke, alles an Werkzeug, was man benutzen will und generell alles, wo man Menschen am besten den Weg versperren kann. Leider interessiert er sich überhaupt nicht für andere Schafe. Selbst die beiden ehemaligen Flaschenkinder, die sich bevorzugt ums Haus herum aufhalten (ausgewachsene Schafe) interessieren ihn nicht. Er denkt einfach, er ist ein Mensch und ich bin seine Mama. Aber vielleicht ist das der Sinn, dass ich hier gelandet bin. Wo sonst wäre ich Schaf-Mama geworden ;-)

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